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Review · Action-Strategie

Commandos 2

„Im Krieg wird kein zweiter Preis vergeben.“ Sagte der amerikanische General Omar Nelson Bradley (1893-1981). Wie recht er damit hatte, können Computerspieler schon seit Jahren auf schmerzliche Weise selbst erfahren. Auch Commandos 2 spielt in…

Titelbild zu Commandos 2
„Im Krieg wird kein zweiter Preis vergeben.“ Sagte der amerikanische General Omar Nelson Bradley (1893-1981). Wie recht er damit hatte, können Computerspieler schon seit Jahren auf schmerzliche Weise selbst erfahren. Auch Commandos 2 spielt in einem Kriegsszenario und oben genanntes Zitat könnte nicht besser passen, denn unser Ziel ist es, den Krieg so zu lenken, daß wir auf der Gewinnerseite stehen.

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Doch immer der Reihe nach. Commandos 2 ist der Nachfolger des, 1998 aus dem Nichts auftauchenden, Spiels Commandos. Pyro Studios landete damals den Überraschungshit an sich, den keiner hatte je von dem Spiel, geschweige denn von den Herstellern gehört. Dies änderte sich danach jedoch schlagartig. Die Fortsetzung schließt allerdings nicht an den ersten Teil an, sondern steht relativ eigenständig auf den Beinen. Das Spielprinzip ist jedoch im großen und ganzen gleich geblieben. Wieder befehligen wir einen Trupp von Elitesoldaten im zweiten Weltkrieg. Diese sollen durch gezielte Aktionen den Krieg positiv für unsere Seite beeinflussen. Um dies zu erledigen, ist jeder unserer acht Helden auf einem anderen Gebiet Spezialist. Der Green Beret beispielsweise ist ein grober Kerl, der Gegner anlockt und sie dann mit seinem Messer tötet. Im Gegensatz dazu setzt beispielsweise der Spion auf Tarnung und tötet lautlos mit seiner Giftspritze. Aber nicht immer ist das Töten der Gegner die einzige Möglichkeit. Commandos 2 wurde sehr offen konzipiert, so daß es sehr viele Möglichkeiten gibt, die einzelnen Missionen abzuschließen. Erfreulicherweise sind die Missionen sehr unterschiedlich gestaltet. So müssen wir einmal Informationen beschaffen, mal einen bestimmten Gegner töten und ab und an auch mal die gesamte Einrichtung sabotieren. Damit sind die Missionen wesentlich abwechslungsreicher als in Desperados, einem der härtesten Konkurrenten.
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Man merkt Commandos 2 auch an vielen weiteren Ecken an, daß sie die Wünsche der Fans zu Herzen genommen wurden. So ist es nun endlich möglich, auch Häuser von innen zu erforschen. Dies verleiht dem Spiel eine neue taktische Note. Anders als in Desperados wird aber nicht einfach das Dach weg geblendet, sondern auf einen extra Bildschirm umgeschaltet. Ob diese Wahl nun richtig war, ist fraglich, da man durch das Umschalten der Karten erst einmal die Orientierung verliert. In diesen wenigen Sekunden kann es allerdings sehr schnell zu einer Entdeckung durch den Feind kommen. Wer den ersten Teil der Commandos-Reihe kennt, weiß was dies bedeutet. Für alle Neulinge soll es aber noch einmal deutlich erwähnt werden. Oft reicht schon ein Fehltritt und man kann einen alten Spielstand laden, da nun alle Soldaten der Karte hinter einem her sind. Dank Quicksave-Taste läßt sich dies aber auf Dauer verschmerzen. Es soll aber nicht verschwiegen werden, daß man durch diese Art des Extrabildschirms natürlich wesentlich detailliertere Innenräume darstellen kann. Überhaupt sieht die Grafik von Commandos 2 umwerfend aus. Da man die Karten in mehreren Stufen zoomen kann, kann man anfangs erstmal die ganze Pracht genießen. Leider muß auch erwähnt werden, daß in der nahesten Sichtstufe die Figuren sehr grob wirken. Man fühlt sich dann teilweise an die Klötzchenmännchen früherer Spiele erinnert. Aber die Nahansicht eignet sich zum Spielen meist eh nicht, drum kommt man selten in den „Genuß“ der Blockgrafik.

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Nicht vergessen werden darf natürlich die Möglichkeit, die Karte in 90 Grad Winkeln zu drehen. Innenräume dürfen sogar stufenlos gedreht werden. Diese Möglichkeit vermißten die Spieler im ersten Commandos besonders. Doch auch hier leidet man schnell unter Orientierungsproblemen, da man meist nicht genau weiß, wo nun der eigene Held gerade steht.
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Nicht zu schimpfen gibt es an der Musik. Diese spielt im Hintergrund und untermalt das Szenario passend. Auch die Stimmen der einzelnen Charakter klingen gut und passen zu den unterschiedlichen Typen. Nicht ganz so gelungen ist allerdings die Steuerung. Die Anleitung verrät leider nur einen Teil der Möglichkeiten. Die Hoffnung, in den beiden Tutorialmissionen die restlichen Erklärungen zu bekommen scheitern. Hier muß man viel selbst probieren oder ins Ingame-Journal schauen. Insgesamt gibt es sage und schreibe ca. 80 Aktionsmöglichkeiten. Für fast alle Aktionen gibt es zusätzlich ein Tastaturkürzel, mit dem die Aktion schnell angewählt werden kann. Leider fehlt der sehr wichtige Tastenbefehl für das Inventar. Dieses ist jedoch sehr wichtig, denn jeder unserer Helden kann eine gewisse Anzahl von Gegenständen mit sich herumtragen. Da diese oft schnell gebraucht werden, hätte sich ein Kürzel sicher sehr bewährt, aber dies wird es bestimmt in einem der folgenden Patchs geben. Wie gewohnt kann man durch einen Klick auf den Gegner feststellen, in welche Richtung er schaut. Verlagert sich sein Blickfeld von uns weg, können unsere Helden flugs hinter ihn huschen und ihn erledigen. Neu ist, daß auch die Lautstärke unserer Spielfigur Auswirkungen hat. Wenn also unser dicker Green Beret los rennt, glaubt man schon einer Stampede zu begegnen. Positiv hervorzuheben ist weiterhin die Möglichkeit, per Tastendruck alle Gegner bzw. Gegenstände aufleuchten zu lassen. So entgeht einem wirklich keiner der versteckten Gauner. Wenn man sich allerdings an die Steuerung gewöhnt hat, geht sie einem recht gut von der Hand. Und Zeit zum üben hat man auf jeden Fall, denn die Missionen sind alles andere als leicht. Es gibt zwar insgesamt nur 12 Missionen, doch braucht man für eine locker mehrere Stunden. Anfänger werden schnell entnervt das Handtuch werfen und eine Pause einlegen, aber auch Profis werden in den drei Schwierigkeitsstufen stark zu kämpfen haben. Irgendwie zieht es einen aber immer wieder an den Bildschirm. Sei es, daß man eine neue Idee hat, sei es, daß man einfach nur so probieren will. Aufgeben wird man auf jeden Fall nicht.

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Zusätzlich zum Einzelspiel gibt es auch einen Mulitplayermodus. Bei diesem zieht man mit Freunden in die Schlacht, um den bösen Deutschen das Handwerk zu legen. Das Spielen gegeneinander ist allerdings nicht möglich. Ein weiteres Lob hat sich Pyro Studios mit dem Handbuch verdient. Zwar kommt Commandos 2 in einer DVD-Box daher, doch das Handbuch ist relativ umfangreich und erklärt die wichtigsten Züge. Leider lag der Testversion neben dem Handbuch nur eine PC-Dash Anleitung bei. Ein Extrablatt mit Tastaturkürzeln wäre sicher auch noch sinnvoll gewesen.

Fazit

Commandos 2 ist auf jeden Fall eins der besten Echtzeit-Taktik-Spiele. Hätte man noch etwas an der Steuerung gefeilt und es Einsteigern nicht ganz so schwer gemacht, wäre das Spiel aber noch besser geworden. Auch eine durchgängige Hintergrundgeschichte wäre sicher sehr schön gewesen. Doch bei all der Kritik bleibt ein Fakt: So viele taktische Möglichkeiten in einer so detaillierten Grafik gab es noch nie. Wer bereit ist, sich an die Steuerung zu gewöhnen und eine durchschnittliche Frusttoleranz hat, bekommt ein absolutes Spiel der Spitzenklasse.

Systemanforderungen

Systemangaben: Rechner mit 1000Mhz, 256 MB Ram, Windows 95,98, 2,5 GB Festplattenspeicher Voraussetzungen: Rechner mit 500Mhz, 64 MB Ram, Windows 95, 98, 2,5 GB Festplattenspeicher