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Review · Aufbaustrategie

Cultures 2

Die Wikinger kommen! Im Mittelalter sorgte dieser Ausruf für heftiges Gedränge auf den Straßen, denn die Nordmänner waren meist nicht sehr zimperlich und plünderten in der Anfangszeit relativ hemmungslos. Auch heute ertönt der Ruf: „Die Wikinger…

Titelbild zu Cultures 2
Die Wikinger kommen! Im Mittelalter sorgte dieser Ausruf für heftiges Gedränge auf den Straßen, denn die Nordmänner waren meist nicht sehr zimperlich und plünderten in der Anfangszeit relativ hemmungslos. Auch heute ertönt der Ruf: „Die Wikinger kommen!“ wieder. Und auch heute könnte es Gedränge auf den Straßen geben. Dies liegt aber nicht an den langbärtigen Männern, sondern am neuen Spiel von Funatics.

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Thematisch knüpft Cultures 2 mit dem Untertitel „Die Tore Asgards“ an den Vorgänger „Die Entdeckung Vinlands“ an. Das Spielprinzip ist auch im großen und ganzen das Gleiche geblieben. Im Detail wurden allerdings viele sinnvolle Verbesserungen vorgenommen, die das Wikingerleben leichter machen. Thematisch ist das Spiel einige Jahre nach dem ersten Teil angesiedelt. Bjarni, der schon im ersten Teil unser Sorgenkind war, ist mittlerweile erwachsen geworden. Ja, er hat es sogar zum Heldenstatus gebracht. Aber was wäre ein Held ohne Aufgabe. Diese läßt natürlich nicht lange auf sich warten. Als es sich unser Wikinger unter einem Baum gemütlich gemacht hat, erreicht ihn eine dunkle Vision. Er sieht sich im Kampf mit drei Gefährten gegen die Midgardschlange. Da unser Held mit der Vision nicht allzu viel anfangen kann, sucht er Rat bei einem Druiden. Dieser erzählt ihm, daß Ragnarök (oder schlicht das Ende der Welt) bevor steht. Und da wir ja sowieso gerade nichts zu tun haben, machen wir uns auf, um dieses Unheil noch einmal abzuwenden. Diese Reise führt unseren Helden durch das mittelalterliche Europa bis nach Byzanz. Zwischendurch gibt es natürlich wieder viel zu tun. So dürfen wir beispielsweise gleich am Anfang einem verliebten Prinzen helfen. Insgesamt handelt es sich bei Cultures 2 aber um ein Aufbauspiel im Stil von „Die Siedler“.

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Das Besondere an Cultures ist aber, daß wir unsere Wikinger alle persönlich ausrüsten können. Die Auswahl geht von Waffen, Rüstungen bis zu Werkzeugen und Amuletten. Natürlich kann nur jeder das Equipment benutzen, daß er für seinen Beruf braucht. Und Berufe gibt es viele. Anders als in anderen Aufbauspielen sammeln unsere kleinen Freunde mit der Zeit Erfahrung und können erst dann bestimmte Gegenstände herstellen. So muß ein Farmer erst viel Erfahrung sammeln um die Arbeit eines Müllers zu übernehmen. Und Bäcker kann erst der werden, der eine Weile als Müller gearbeitet hat. Solche Qualifizierungen gibt es häufig und sie machen auch den besonderen Reiz des Spieles aus. Auf diesem Weg wachsen dem Spieler seine Wikinger sehr ans Herz und man achtet peinlich darauf, daß unseren wichtigen Personen nichts passiert. Ja, es stellen sich sogar kleine Trauermomente ein, wenn ein langjähriges Mitglied unserer Gemeinschaft auf der Suche nach Nahrung von einem Wolf gefressen wurde. Damit das nicht passiert sollte man seinen Kerlchen schnell Wohnhäuser bauen und für eine Verteidigung sorgen. Nebenbei muß man sich auch noch um das Liebes- und Sozialleben kümmern. Es ist also immer viel zu tun. Damit der Spieler auch den Überblick behält, läßt sich das Spiel aus drei Perspektiven betrachten. Richtig geeignet ist allerdings nur die mittlere Stufe. In der Nahansicht kommen die deutlichen Schwächen der Grafikengine zum Tragen, in der Weitsicht scrollt die Karte nur langsam und man verklickt sich des öfteren. Bleibt also die mittlere Stufe, die einen guten Kompromiß aus Grafik und Übersicht darstellt.
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Insgesamt wirkt die Grafik sehr liebevoll. Die Häuser passen wundervoll in die Umgebung und unsere kleinen Wikinger sind klasse animiert. Wie bereits erwähnt ist die Nahansicht nicht zu empfehlen, denn hier sieht man deutlich die Pixel. Ein vorher noch relativ runder Kopf wird so zum eckigen Pixelhaufen. Da man in der Nahansicht aber sowieso keinen Überblick hat, kann man diese auch getrost weglassen. Richtig schön wirkt die Natur, das Wasser und die ganze Fauna. Da hüpfen Hasen, da blühen Blumen – Naturfreund, was willst du mehr? Zu der ansehnlichen Grafik gesellt sich eine wunderschöne Soundkulisse. Diese zählt wirklich mit Abstand zu den stimmungsvollsten ihrer Art. Zwar versteht man das Gebrabbel unserer Wikinger nicht, doch die Musik sucht ihresgleichen.

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Auch die Steuerung funktioniert über weite Strecken tadellos. Mit einem Klick auf die linke Maustaste wählt man eine Figur aus, mit der rechten gibt man die Anweisung. Anfangs ist das häufige Benutzen der rechten Taste etwas ungewohnt, aber nach wenigen Minuten geht das Spiel locker von der Hand. Kleine Probleme erlebt man in Kampfsituationen. Zwar kann man den Krieger zuweisen, ob sie aggressiv, defensiv oder ignorant sein sollen, in der Praxis führt das aber zu Problemen. Hat man seine Truppe beispielsweise vor einer Stadt aufgebaut und will erst in Ruhe mit einem Katapult die Türme zerbröseln, muß man die Haltung auf ignorant stellen. Im Defensivmodus reicht nämlich ein Feind in Blickweite und schon stürmt unsere ganze Truppe in die Stadt, egal ob der Turm noch steht oder nicht. Steht die Haltung aber auf ignorant, bleiben unsere Helden stehen, auch wenn der Nebenmann abgemetzelt wird. Hier wurde einfach das defensive Vorgehen zu aggressiv gestaltet. Günstiger wäre es, wenn defensive Einheiten nur einen kleinen Umkreis verteidigen würden. Trotzdem werden auch Anfänger gut mit Cultures 2 klarkommen. Der Schwierigkeitsgrad steigt langsam aber sicher an. Auch die Komplexität der eigenen Siedlung nimmt nur langsam zu. Damit man jederzeit klarkommt, kann man sich seine Untertanen mittels Statistik anzeigen lassen und so eventuelle Engpässe beheben. Der Spieler erhält gleichzeitig jederzeit Meldungen über aktuelle Problemlagen.

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Insgesamt umfaßt die Kampagne 10 Missionen, die durch die Story sehr schön miteinander verbunden werden. Außerdem gibt es noch Einzelspielerkarten und einen Multiplayermodus. Damit ist für langen Spielspaß gesorgt. Gerade der Multiplayermodus „Capture the Cow“ macht richtig Spaß und sorgt für eine hohe Langzeitmotivation. Erwähnenswert ist noch, daß auch Cultures 2 in der neuen „Jowood-Box“ kommt. Diese vereinigt die DVD- und die Eurobox und erlaubt es, dem Spiel ein ordentliches Handbuch beizulegen. Gerade dieses Handbuch soll nun auch noch kurz erwähnt werden. Zum einen ist es sehr gut gestaltet und bietet vielfältige Informationen und Einstiegshilfen. Auf der anderen Seite stehen allerdings auch viele Fehler, die eigentlich nicht sein müßten. So sind beispielsweise die Erklärungstexte bei den Wohnhäusern 3 - 5 total falsch. Auch haben sich einige Stilblüten eingeschlichen, die jedem Leser sofort ins Auge fallen. So sind die Waffen fast aller Helden in deutscher Sprache. Nur Hatschi trägt einen Saber (was ja im Zusammenhang dem deutschen Leser fast ein Lächeln entlockt). Am Ende des Handbuches ist eine kleine Zusammenfassung der Wikingergeschichte zusammengetragen. Gerade historisch interessierte Spieler wird dieser Teil besonders interessieren. Leider sind auch hier einige wenige Formulierungen etwas unverständlich. Aber im Endeffekt handelt es sich hier um Schönheitsfehler, die aber eben leider nicht per Patch zu beheben sind.

Fazit

Cultures 2 bietet dem Spieler eine interessante Mischung aus viel Aufbauspiel und etwas Rollenspiel. Durch den hohen Knuddelfaktor und die fordernde Wirtschaft unserer kleinen Siedlung bietet das Spiel lange Zeit viel Spaß. Die kleinen Schwächen im Detail lassen sich verschmerzen und fallen nur Hardcorespielern auf. Wer Aufbauspiele liebt, wird Cultures 2 lieben.

Systemanforderungen

Systemangaben: Rechner mit 800Mhz, 256 MB Ram, 480 MB Festplattenspeicher, 3D-Karte Voraussetzungen: Rechner mit 450Mhz, 128 MB Ram, 480 MB Festplattenspeicher