Es begab sich vor einiger Zeit, das der amtierende Kaiser von China drei Zauberern den Auftrag gab, ein Werk zu schaffen, das dem ersten Kaiser zur Ehre gereiche. Lange brüteten sie über einer Idee, bis sie sich entschieden, ihren ersten Kaiser…
Es begab sich vor einiger Zeit, das der amtierende Kaiser von China drei Zauberern den Auftrag gab, ein Werk zu schaffen, das dem ersten Kaiser zur Ehre gereiche. Lange brüteten sie über einer Idee, bis sie sich entschieden, ihren ersten Kaiser mit einem Computerspiel zu ehren. Was daraus geworden ist, erzählt unsere kleine Geschichte.
Wie gesagt, der Kaiser wollte seinen Vorgänger ehren. Die drei Zauberer waren mittlerweile ziemlich bekannt, hatten sie doch auch schon für Cäsar, den Pharao und für Zeus gearbeitet. All diesen Persönlichkeiten hatten sie ein Computerspiel gewidmet, das ihnen zur Größe gereichte. So hoffte der Kaiser also, das das neue Werk der drei einmalig und innovativ sein, so daß alle Menschen auf der Welt nur noch davon sprechen würden. Der große Tag kam und die Zauberer traten vor den Kaiser. Interessiert fragte der Kaiser: „Nun, habt ihr alles so gemacht, wie ich es mir gewünscht habe? Habt ihr so ziemlich alle wichtigen chinesischen Dynastien in Form von Kampagnen eingebaut?“ Der Zauberer lächelte: „Aber natürlich mein Herr. Die Story dreht sich um den Aufbau der Dynastien. Auch sonst sind wir unseren Prinzip treu geblieben. Wieder gilt es, eine Stadt aufzubauen, die Einwohner zu versorgen, für Religion und Luxusgüter zu sorgen. Also an den grundsätzlichen Aufgaben haben wir uns an den Vorgängerspielen orientiert.“ Darüber war der Kaiser nicht böse, wußte er doch, das neue Spielideen selten geworden sind. „So laßt es mich sehen“ sagte der Kaiser und schaute gebannt auf den Monitor.
Nachdem die Zauberer die ersten Bilder gezeigt hatten, schaute der Kaiser sichtlich irritiert. „Meine lieben Zauberer, irgendwie sieht das alles so aus wie immer. Ich kann rein optisch kaum einen Unterschied zu Zeus erkennen. Okay, die Gebäude sind wie in China, aber sonst...“ Die Zauberer wurden etwas nervös. „Nunja, wir dachten uns, es kommt doch auf die inneren Werte an. Bei der Optik haben wir uns auf...naja, Altbewährtes verlassen.“ Das wollte der Kaiser aber eigentlich nicht hören. Er konnte nicht verstehen, warum man es in so vielen Jahren nicht schafft, eine neue Grafikengine zu entwickeln. „Ich hätte mir ja 3D gewünscht“ brummte der Kaiser in seinen Bart. „Vielleicht beim nächsten Mal“ antworteten die Zauberer und versuchten schnell, das Thema auf einen anderen Bereich zu lenken. „Hört werter Kaiser, ist die Musik nicht zauberhaft“. Der Kaiser spitzte die Ohren und lauschte den friedlichen Klimperklängen, die da an sein Ohr drangen. „Ja, das gefällt mir schon viel besser. Erinnert mich auf jeden Fall an zu Hause. Auf Dauer wird es zwar vielleicht etwas eintönig, aber insgesamt habt ihr hier gute Arbeit geleistet.“ Die Zauberer grinsten bis über beide Ohren, hofften sie doch, das der Kaiser sie für ihr Werk mit Gold überschütten würde.
„Nun laßt mich das Spiel aber auch mal ausprobieren“. Auf diese Bitte des Kaisers reichten die Zauberer ihm das Steuerinstrument, das einer Computermaus ziemlich ähnlich sah. „Also bei der Steuerung“ sagte der eine Zauberer „haben wir uns auf... Altbewährtes verlassen“. „Irgendwie habe ich mir das schon so gedacht“ murmelte der Kaiser vor sich hin. Trotz seiner Skepsis mußte er aber dann doch feststellen, das die Steuerung wohl wirklich nicht anders zu machen war. Der Kaiser spielte drauflos, baute Straßen, setzte Gebäude, Felder und alles was sein Herrscherherz begehrte. „Doch“ sagte er schließlich „die Steuerung gefällt mir recht gut. Einzig und allein die Steuerung der Armee ist nicht so gut gelungen. Irgendwie machen die Jungs größtenteils was sie wollen. Ich kann nur halbwegs Einfluß auf sie nehmen“ „Ihr wolltet doch ein realistisches Spiel“ sagte der jüngste Zauberer und biß sich im nächsten Moment auf die Lippe, den beleidigen sollte man den Kaiser nun wirklich nicht. Der Kaiser überhörte diesen frechen Spruch zwar, wandte sich dann aber doch noch mal an die Zauberer. „Glaubt ihr nicht, das man einen Laien am Anfang etwas überfordert? Okay, ich kenne mich mit Taoismus, Feng Shui und dergleichen aus, aber wenn wir uns mal die Europäer vorstellen, habe ich so meine Zweifel. Bedenke, das die noch in Höhlen gewohnt haben, als wir schon eine blühende Kultur hatten.“ Der Zauberer grübelte. „Zumindest werden sie viel über uns lernen. Etwas Einarbeitungszeit ist halt unumgänglich“. „Na, wenn Du meinst“ antwortete der Kaiser und wandte sich wieder dem Spiel zu.
Nachdem der Kaiser einige Stunden gespielt hatte, rief er die Zauberer wieder zu sich. „So meine Lieben, ich habe mir nun ein umfassendes Bild erarbeiten können.“ Die Zauberer waren sehr gespannt, hing doch ihre Lebensgrundlage von diesem Werk ab. „Also die Missionen an sich gefallen mir sehr gut. Sie sind lustig und spannend. Auch die verschiedenen Dynastien habt ihr gut in den Griff bekommen. Für Anfänger ist es insgesamt vielleicht etwas zu schwer. Ich habe zwar gesehen, das ihr auch ein Tutorial eingebaut habt, doch das ist irgendwie recht lang geraten. Vielleicht hättet ihr ja auch eine kürzere Version für Kenner der ersten Spiele machen können. Aber das ist jetzt auch nicht so wichtig. Viel wichtiger ist für mich, das ihr es endlich geschafft habt, einen Multiplayermodus einzubauen. Nun kann ich endlich gegen meine liebe Kaiserin spielen. Auch der Editor für die Karten hat mir sehr gut gefallen. So kommt zumindest in der nächsten Zeit keine Langeweile auf.“ Die Zauberer waren nun doch recht zufrieden mit sich. Hatten sie doch ob der anfänglichen Kritik gedacht, das der Kaiser nicht zufrieden wäre. „Aber meine lieben Zauber, eins möchte ich euch noch sagen. Ich hatte gehofft, das ihr ein Werk schafft, das einmalig ist. Ihr habt zwar das Spielprinzip wirklich umfassend ausgenutzt, aber etwas neues und einzigartiges habt ihr nicht geschaffen. Sollte mir zu Ohren kommen, das ihr weiter auf diesem Spielsystem rumreitet, werdet ihr von mir und meinen 263 Neffen keine Aufträge mehr bekommen.“ Die Zauberer schluckten, nickten aber brav. Nachdem sie ihr Geld (das nicht ganz so viel wie erhofft war) hatten, begaben sie sich auf die Wanderung und suchten einen neuen Herrscher, der ein Computerspiel suchte, das seiner Vergangenheit zur Ehre gereiche.
Fazit
Ja, irgendwie geht es dem Spieler wie dem Kaiser. Man hat alles schon irgendwie mal gesehen. Richtige Neuerungen gibt es kaum. Trotzdem macht der bewährte Mix aus Strategie, Wirtschaft und Militär immer wieder Spaß. Auch wenn die Einarbeitung lange ist, man lernt viel über diese fremde Kultur...auch als Europäer. Wer die Vorgängerspiele nicht kennt, sollte aber auf jeden Fall einen Blick auf „Der erste Kaiser“ werfen.
Systemanforderungen
Systemangaben: Rechner mit 800 Mhz, 256 MB Ram, 780 MB Festplattenspeicher
Voraussetzungen: Rechner mit 400Mhz, 64 MB Ram, 780MB Festplattenspeicher