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Review · Strategie

Etherlords

Kann es gutgehen, wenn man versucht zwei bekannte Spielsysteme zu einem Spiel zu vereinen? Die Chancen dazu stehen nicht schlecht, denn sowohl die Heroes of Might and Magic- Reihe als auch Magic the Gathering erfreuen viele Spielerherzen schon…

Titelbild zu Etherlords
Kann es gutgehen, wenn man versucht zwei bekannte Spielsysteme zu einem Spiel zu vereinen? Die Chancen dazu stehen nicht schlecht, denn sowohl die Heroes of Might and Magic- Reihe als auch Magic the Gathering erfreuen viele Spielerherzen schon lange. Nival Interactive versucht das Spagat zwischen den Fronten zu schaffen. Ob es gelingt werden wir gleich wissen.

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Wie bereits erwähnt basiert Etherlords grob auf den Grundlagen der Spiele Heroes of Might and Magic und Magic the Gathering. Aus ersterem wurde das Spielsystem an sich und die Ressourchenverwaltung entnommen, aus letzterem das Kampfsystem. Positiv hervorzuheben ist, daß zwar die Grundgedanken übernommen wurden, aber das Gesamtprodukt doch sehr eigenständig wirkt. Insgesamt geht es im Etherlords darum, der Herrscher der Lords zu werden. Alle paar Jahre wird der Titel des weißen Lords frei und ein neuer Chef wird gesucht. Wie im richtigen Leben führt das natürlich zu Problemen unter den Bewerbern. Ein Krieg beginnt, in dem sich die vier ansässigen Rassen, die Chaosianer, die Syntheten, die Vitali und die Kineten mächtig in die Wolle kriegen. Jede Rasse steht für besondere Eigenarten. So basteln die Syntheten aus Lebewesen und Metall die schönsten Mischformen. Die Vitali dagegen stehen mehr auf Wald und Wiese und rekrutieren ihre Einheiten von dort.

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Damit das ganze auch ansprechend aussieht, haben die Hersteller ihre Hausaufgaben in Sachen Grafikdesign gemacht. Die Landschaften, auf denen sich der Spieler bewegt erstrahlen in 3D und sind optisch sehr ansprechend gestaltet. Richtig gut sehen allerdings die Kämpfe aus. Diese finden auf einem Extrabildschirm statt und bieten grafische Effekte pur. Die Zauber, Monster und Helden sind sehr detailliert dargestellt. Auch die Bewegungsabläufe der Figuren wirken wie aus einem Guß.
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Zu der wunderschönen Optik gesellt sich ein sehr ansprechender Sound, der auch nach langer Spielzeit den Spieler nicht nervt. Gerade in den Gefechten kommt die Musik richtig zum Tragen. Wenn unsere Helden ihre Sprüche murmeln, Funken fliegen und Bestien angreifen, wird das Ohr von allen Seiten verwöhnt. Zwischen den Missionen erklärt eine Stimme den Sachverhalt des nächsten Geschehens. Auch diese Missionseinstimmung ist sehr gut gelungen, da man glaubt, die Emotionen der Sprecher hören zu können.

Zu den bisherigen lobenswerten Punkten gesellt sich eine Steuerung, die einfach, aber zweckmäßig ist und gut funktioniert. Auf der Karte reicht ein Klick in die Landschaft und schon stapft unser Held dahin. In den Kämpfen gibt es auch keine Probleme. Mit wenigen Klicks sind Zaubersprüche ausgesprochen und Kreaturen zum Angriff geschickt. Auch Einsteiger kommen mit der Steuerung schnell klar und können sich auf machen, die Welt zu erforschen. Nicht ganz so einsteigerfreundlich ist allerdings der Spieleinstieg. Nach der Lektüre des umfangreichen Handbuches ist man der Meinung, daß man dieses Spiel nie auf die Reihe bekommt. Auch die Hilfsfunktionen im Spiel sind gut gemeint, aber eindeutig zu lang. Am besten kommt man wirklich voran, wenn man einfach drauflos spielt. Denn so kompliziert, wie man glauben mag, ist das Spiel gar nicht. Etherlords ist also einer der wenigen Fälle, wo weniger mehr gewesen wäre. Hat man die Spiellogik allerdings einmal begriffen, helfen einem die Aufstellungen im Handbuch schnell weiter. Positiv hervorzuheben ist, daß man im Kampf jederzeit im Spiel Informationen über die gegnerischen Kreaturen abrufen kann. So kann man seine Taktik entsprechend anpassen. Auf das Kampfsystem soll noch etwas näher eingegangen werden.

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Spieler von Magic the Gathering werden mit dem Kampfprinzip schnell warm werden. Im Prinzip ist es ganz einfach. Jeder Held hat eine Bibliothek, in der sich bis zu 15 verschiedene Zaubersprüche befinden. Anfangs hat man noch recht einfach Sprüche, kann aber im Verlauf des Spieles neue erwerben. Für höherrangige Sprüche braucht man Runen, die man an Steinkreisen kaufen kann. Die Anzahl der Runen bestimmt, wie oft man den Zauberspruch einsetzen kann. Im Kampf werden nun zufällig aus den 15 Sprüchen 5 gezogen, wobei es natürlich auch vorkommen kann, daß man einige Sprüche doppelt hat. Jeder Spruch benötigt eine bestimmte Menge an Äther. In jeder Runde kommt anfangs ein Ätherkanal und eine neue Karte dazu. So ist es also erst sehr spät im Kampf möglich, hochrangige Sprüche zu sprechen. In diesem Prinzip liegt auch eine kleine Schwäche von Etherlords. Ob und wann man die passenden Sprüche auf die Hand bekommt, ist zum großen Teil Zufall...
... Es kann also durchaus passieren, daß man gegen einen viel schwächeren Gegner verliert, nur weil man nicht die richtigen Karten auf der Hand hatte. Hier ist allerdings auch die Planung des Spielers gefragt. Denn nur wer sein Kartendeck flexibel gestaltet, wird in den Kämpfen eine Chance haben. Wer sich beispielsweise nur hochrangige Zaubersprüche leistet, wird die ersten Runden kaum überleben und gar nicht zum Einsatz kommen. In diesem Punkt verlangt Etherlords viel taktisches Gespür. Glücklicherweise ist der Schwierigkeitsgrad in 5 Stufen einstellbar. So haben auch Einsteiger eine Chance, da der Computer dann auch offensichtliche Chancen ignoriert und Fehler macht. Für alle, die mit den Kämpfen gar nicht zurecht kommen, gibt es auch eine Autokampf-Funktion, die ihren Dienst erstaunlich gut verrichtet.

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Die Missionen der Kampagne sind sehr unterschiedlich gestaltet und fordern wie die Kämpfe viel taktisches Geschick. Mal muß eine Burg beschützt werden, mal ein Gegner vernichtet werden. Der Schwerpunkt liegt aber ganz klar auf der Zusammenstellung eines guten Zauberdecks. Ein großes Lob verdienen sich die Entwickler auch für die Einheitenvielfalt. Jede der vier Gruppen hat eigene Kreaturen, die alle eigene Animationen haben. Alle Einheiten einer Gruppierung haben bestimmt Gemeinsamkeiten und lassen sich leicht den Rassen zuordnen. Trotz der Vielfalt werden sich viele Spieler wünschen, daß bald noch mehr Zauber per Update zur Verfügung stehen.

Neben der Kampagne gibt es noch Einzelspielermissionen , Duelle und Mehrspielerkarten. Lobenswert ist auch, daß im Internet ab und zu Etherlordsturniere stattfinden, an denen sich Spieler aus der ganzen Welt beteiligen können. Zusammenfassend kann man also sagen, daß Etherlords auf jeden Fall einen Blick wert ist. Die schwachen Kämpfe von Heroes of Might und Magic wurden durch ein spannendes Kampfsystem im Stil von Magic the Gathering ersetzt. Im Gegensatz zum Magic the Gathering-Kartenspiel hat man es hier aber mit komplett animierten Schlachten zu tun und muß sich nicht mit Massen von Spielkarten herumschlagen.

Fazit

Etherlords ist spannend und motivierend. Der Einstieg ist zwar unnötig kompliziert, doch hat man den Anfang geschafft, entfaltet sich eine wundervolle Spielwelt. Der Zufallsfaktor ist zwar in den Kämpfen relativ hoch, doch mit einigen Deckanpassungen kann man auch vermeintlich stärkere Gegner besiegen. Ein klarer Tip für Magic-Fans und alle, die auf rundenbasierende Kämpfe stehen.

Systemanforderungen

Systemangaben: Rechner mit 1Ghz, 128 MB Ram, 1,4 GB Festplattenspeicher, 3D Karte Voraussetzungen: Rechner mit 300Mhz, 32 MB Ram, 1,4 GB Festplattenspeicher, 3D Karte