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Review · Wirtschaftssimulation

IndustrieGigant 2

Computerspiele haben es mit den Giganten. Nach dem ersten Industriegiganten, dem Verkehrsgiganten und dem Hotelgiganten kommt nun der zweite Industriegigant auf den Markt. Richtig gigantisch waren aber alle Giganten bisher nicht. Ob der zweite…

Titelbild zu IndustrieGigant 2
Computerspiele haben es mit den Giganten. Nach dem ersten Industriegiganten, dem Verkehrsgiganten und dem Hotelgiganten kommt nun der zweite Industriegigant auf den Markt. Richtig gigantisch waren aber alle Giganten bisher nicht. Ob der zweite Gigant nun hält, was sein Name verspricht, wollen wir uns in Ruhe anschauen.

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Bereits vor einigen Jahren erschien der erste Industriegigant und konnte mit seinen komplexen Wirtschaftsabläufen viele Spieler in seinen Bann ziehen. Danach wurde es lange ruhig um die Industrie. Nun aber dürfen Kleinkapitalisten wieder versuchen, profitable Wirtschaftskreisläufe aus dem Boden zu hämmern und der Kundschaft das Kleingeld aus der Tasche zu ziehen. Das Spielprinzip hat sich im Bezug zum Vorgänger nicht groß verändert. Es ist alles nur irgendwie größer, globaler und komplexer. Sinn des Spieles ist es also nach wie vor, mit einer kleinen Wirtschaftsanlage zu beginnen und im Verlauf des Spieles zu höheren Rängen aufzusteigen. Der Erfolg ist natürlich immer davon abhängig, welche Rohstoffe vorhanden sind, welche Produkte gebraucht werden und wie man die Logistik auf die Reihe bekommt. Damit das ganze nicht zu einfach wird, entwickelt sich die Spielumgebung weiter. So kann es also durchaus passieren, daß die Herstellung von Gartenstühlen plötzlich nicht mehr ertragreich ist, da Plastikstühle in sind. Weniger umständlich ist das ganze bei Lebensmitteln, die immer gebraucht werden und für den Anfang meist ein sicheres Standbein sind. Allerdings sind bei sicheren Produkten auch die Gewinnspannen relativ gering, was den kleinen Kapitalisten in uns nicht freut. So wird man also früher oder später doch in riskante Unternehmungen einsteigen, um Millionär zu werden oder um das Wort „Schuldenberg“ visuell sichtbar zu machen.
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Grafisch hat sich der Hersteller leider kein Bein ausgerissen. Die Grafik ist zwar ganz nett, reicht aber bei weitem nicht an aktuelle Programme heran. Das Wirtschaftssimulationen auch grafisch anders aussehen können, weiß spätestens seit „Die Gilde“ jeder. Im Prinzip spielt man das ganze Spiel auf der Landkarte, verteilt dort seine Betriebe und legt Handelsrouten fest. Auch die Steuerung der Betriebe erfolgt über ein paar Menüs, die aber auch nicht die grafischen Hingucker sind. Die Landschaft ist in mehreren Stufen zoombar, so daß man nah an seine Betriebe heran- bzw., die Insel im Gesamtüberblick herauszoomen kann. Richtig nützlich ist die Naheinstellung nicht, so bleiben eigentlich die Mittelstufe und die Fernsicht, mit der man das ganze Spiel bestreiten kann. Leider ist die Ansicht nicht drehbar, was etliche Fehlklicks zur Folge hat. Wenigstens eine Drehung in 90 Grad Schritten hätte man einbauen können. Ähnlich traurig ist die musikalische Gestaltung des Programms. Nach spätestens 15 Minuten kann man das Tuten und den Dudelsound nicht mehr hören und steigt auf den heimischen CD-Player um. Eigentlich ist es sehr schade, daß gerade in diesen beiden Punkten so massive Defizite vorhanden sind, denn der Rest des Programmes ist durchaus ansprechend und macht sehr viel Spaß.

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Um eben erwähnten Spielspaß zu schaffen, wurde neben dem komplexen Wirtschaftssystem eine sehr praktische Steuerung geschaffen. Alle Informationen über Angebot und Nachfrage sind schnell zu erreichen, geben keine kryptischen Verschlüsselungen und ermöglichen einen schnellen Überblick. Auch die Einstellungen für die Betriebe und Transporte geht gut von der Hand und können nur lobend erwähnt werden. Auch fallen lästige Zahleneingaben weg, alle Eingaben können via Maus vorgenommen werden. Somit ist das Spiel auch für Neulinge geeignet, denn sie werden nicht mit Zahlenkolonnen überfallen sondern langsam an das Wirtschaftssystem herangeführt.
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Aber auch Profis werden in den immer härter werdenden Missionen gefordert. Während die ersten Missionen noch relativ einfach zu meistern sind, gehen die Probleme ab dem mittleren Schwierigkeitsgrad richtig los. Wer hier gröbere Fehler im Aufbau macht, hat meist keine Chance, das Szenario abzuschließen. Damit aber auch gerade erwähnte Anfänger klar kommen, ist im Programm ein Tutorial eingebaut, das allen Spielern die ersten Schritte erläutert und auf den rechten Weg bringt. Insgesamt gibt es im Spiel 17 Missionen, die auf 3 Kampagnen aufgeteilt sind. Leider gibt es keine verbindenden Elemente, so daß die Kampagnen eigentlich nur eine Anhäufung von Missionen sind. Zusätzlich enthält das Spiel noch 20 Einzelspielerkarten. Langeweile wird also so schnell nicht aufkommen.

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Für diese Dauermotivation sorgen auch die 54 Fahr- und Flugzeugtypen, die 72 verschiedenen Gebäude und die 158 Produkte, die man als Spieler produzieren kann. Zu jedem dieser Produkte gibt es im Lexikon noch eine Kurzbeschreibung, damit man weiß, was man eigentlich produziert. Wirtschaftlich haut der zweite Industriegigant also mächtig auf den Putz. Die Produktionsketten sind logisch, die Nachfragen in den Städten nachvollziehbar und die Transportwege gut überschaubar. Spieler, die also ihren Schwerpunkt auf die Wirtschaft legen, werden mit dem Industriegiganten viel Spaß haben. Erwähnen muß man allerdings, daß es kein Spiel für zwischendurch ist. Wer nur mal eben etwas handeln möchte, wird nicht viel Freude haben. Spieler, die aber logische Produktionsketten lieben, an Preisen und Produktionen basteln und effiziente Pläne erstellen können, bekommen genau das, was sie suchen. Leider fehlen in den Kampagnen komplett Computergegner. Nur im Endlosmodus trifft man auf relativ clever agierende Gegenspieler. Leider gibt es kaum Möglichkeiten, dem Gegner etwas anzutun, was die Motivation im Mehrspielermodus deutlich senkt. Abschließend soll noch kurz auf das Handbuch eingegangen werden. Alle grundlegenden Funktionen werden erklärt, doch reicht das Buch zum Verstehen des Spiels nicht aus. Die bereits erwähnten Tutorialmissionen bügeln dieses Manko zwar aus, doch hätten einige Erklärungen mehr sicher nicht geschadet.

Fazit

Der Industriegigant in seiner zweiten Auflage ist und bleibt ein Spiel für Wirtschaftsfanatiker. Leider fehlt dem Spiel etwas Flair, so daß der Funke nur zögern überspringt. Etwas mehr Arbeit in Sachen Grafik und Sound, eine drehbare Ansicht und eine durchgängige Story in der Kampagne hätten dem Spiel wirklich gut getan. Trotzdem zählt der Industriegigant 2 zu den komplexesten Wirtschaftssimulationen der heutigen Zeit.

Systemanforderungen

Systemangaben: CPU mit 800 Mhz, 256 MB Ram, 3D Karte, 800 MB Festplatte Voraussetzungen: CPU mit 400 Mhz, 64 MB Ram, 3D Karte, 800 MB Festplatte