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Review · Action

Stirb Langsam: Nakatomi Plaza

Manche Filmumsetzungen dauern länger als andere. Selten vergehen jedoch mehr als 2 Jahre zwischen Film und Spiel. „Stirb langsam – Nakatomi Plaza“ stellt hier eine neuen Rekord auf, denn es erscheint ganze 14 Jahre nach dem Film. Bleibt zu…

Titelbild zu Stirb Langsam: Nakatomi Plaza
Manche Filmumsetzungen dauern länger als andere. Selten vergehen jedoch mehr als 2 Jahre zwischen Film und Spiel. „Stirb langsam – Nakatomi Plaza“ stellt hier eine neuen Rekord auf, denn es erscheint ganze 14 Jahre nach dem Film. Bleibt zu hoffen, daß im Spiel nicht die Technik von damals angewendet wird. Was das Spiel aber nun bietet, steht in unserem Test.

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Gibt es wirklich jemanden, der noch nichts von diesem Film gehört hat? Nun, für all diejenigen soll hier eine kurze Zusammenfassung der Handlung stehen. Hauptheld in Spiel und Film ist John McClane, Polizist bei der New Yorker Polizei. Eigentlich wollte der gute John nur seine Frau besuchen, die sich gerade auf einer Weihnachtsfeier im Nakatomi-Paza aufhält. Wie aber das Leben so spielt, sind nicht alle in Weihnachtsstimmung. Denn kaum hat Johnny das Gebäude und die Party erreicht, stürmen böse deutsche Terroristen unter der Führung Jack Grubers das Gebäude. John entkommt und führt nun einen Kleinkrieg gegen die bösen Terroristen. Genau der Stoff also, den Egoshooter brauchen. Hier haben wir auch gleich den ersten Grund für das späte Erscheinen des Spiels, denn vor 14 Jahren bestanden Computerspiele meist noch aus lustigen Klötzchen, von 3D Engines ganz zu schweigen. Trotzdem hätte das Spiel doch etwas zeitiger erscheinen können, denn die Programmierer verwenden die Lithtech-Engine, die schon etliche Jahre auf dem Buckel hat.
An diesem Punkt ist es Zeit, genauer auf die technische Umsetzung des Spiels einzugehen. Beim Spielen fällt sofort auf, daß die Designer nicht viel von farbenfroher Gestaltung gehalten haben, denn große Teile des Gebäudes erscheinen in tristen Grautönen. Ab und an gibt es Farbtupfer, die aber leider viel zu schnell wieder von den üblichen Grautönen abgelöst werden. Sicher, im Film sah es ähnlich aus, doch ist ein Spiel nun mal kein Film. Der Hauptunterschied liegt einfach darin, daß man im Film auf den Hauptdarsteller schaut und im Spiel nicht, da man selbiger ist. Aus diesem Grund gewinnen die Umgebungen in einem Spiel besondere Bedeutung. In diesem Punkt wirkt das Programm auf Dauer leider sehr eintönig. Auch in Sachen Akustik erreicht das Spiel keine Höhenflüge. Große Teile verbringt man sogar in totaler Stille, denn eine Hintergrundmusik gibt es nicht. So manch einer wird an diesen punkten den Lautsprecher voll aufdrehen, um doch ein Tönchen zu erhaschen, doch bleibt dies dann vergeblich. Die Stille hält aber nicht ewig an, denn sobald man auf Gegner trifft, steppt der Bär. Da klirrt Glas, die Angreifer schreien sich Informationen zu und John gibt seine Kommentare ab. Diese Augenblicke zählen zu den wenigen Sternstunden im Spiel um John McClane. Äußerst positiv zu vermerken ist, daß der originale Synchronsprecher von John McClane verpflichtet werden konnte. In der englischen Version mußten die Spieler sich leider mit einem etwas piepsigen Haupthelden zufrieden geben. Leider ist John damit aber auch der einzige überzeugende Sprecher. Gerade der Hauptbösewicht hätte eine wesentlich bessere Stimme verdient, denn er klingt eher wie ein Sozialpädagoge in der Beratung und nicht wie ein böser Terrorist. Das sind auch die Punkte, die dem Spiel neben der eintönigen Grafik viel Atmosphäre rauben.

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Bei der technischen Umsetzung muß man natürlich auch immer einen Blick auf die Steuerung werfen. Diese ist glücklicherweise frei belegbar und kann so den eigenen Vorstellungen angepaßt werden. Auch im Spiel funktioniert die Steuerung fast problemlos. Einzig und allein von ein paar Kanten wird unser Held ein paar Meter zurückgeworfen. Dieses Problem tritt meistens auf, wenn man schnell um kleine Ecken rennen will. Dieses Problem ist allerdings eher kosmetischer Natur und stört den Spielablauf eigentlich nicht. Wie bei allen Egoshootern bietet sich eine Steuerung aus der Kombination Maus-Tastatur an. Eine Trainingszone gibt es im Spiel leider nicht. Anfänger müssen so auf die drei vorhandenen Schwierigkeitsgrade ausweichen und können das Spiel nur so ihren Bedürfnissen anpassen. Diese Punkte sollen zum technischen Teil ausreichen, denn spielentscheidend ist natürlich auch der inhaltliche Teil, auf den nun eingegangen werden soll.
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„Stirb langsam – Nakatomi Plaza“ lehnt sich in seiner Handlung sehr an den Film an. Das erste Drittel des Spiels entspricht fast ausschließlich der Handlung des Film. Im Mittelteil löst sich das Spiel etwas vom Film, um im Endbereich dann wieder auf die eigentlich Handlung zu stoßen. Daraus ergeben sich zwei Probleme. Zum einen kennen viele Spieler den Film und erleben so keine Überraschungen. Es wurden sogar große Teile der Originaldialoge übernommen, die von vielen sicher schon mitgesprochen werden können. So kommt es im ersten Teil des Spiels sehr häufig zu Zwischensequenzen, die die Handlung vorantreiben. Im Mittelteil kommt man dann eher zum Spielen, merkt aber irgendwie, daß diese Level zusätzlich eingebaut worden sind. Richtige Spannung kommt nicht auf, auch wenn man plötzlich mit SWAT Team kooperieren darf. Eigentlich freut man sich die ganze Zeit auf das Zurückkehren zur eigentlich Handlung. Hat man diesen Punkt erreicht, spielt sich das Spiel wieder wie der Film. Leider haben sich durch die Umsetzung zum Spiel ein paar Logikfehler eingeschlichen. So trifft an einem Punkt das FBI ein. Unser befreundeter Polizist erzählt stolz, daß wir es nur noch mit 8 Terroristen zu tun hätten und nicht mehr mit zwölf. An diesem Punkt schläft dem Spieler beispielsweise das Gesicht ein, denn man hat bis zu diesem Zeitpunkt mindestens 70 Terroristen getötet. Okay, die Handlung kommt aus dem Film und mit nur 3 Terroristen wäre das Spiel langweilig, aber dann sollte man solche Originalszenen vielleicht doch umformulieren. Aber zurück zum Inhalt. Wie gerade erwähnt, trifft man auf etliche böse Buben im Gebäude. Damit wir es denen auch richtig zeigen können, steht allerlei Kampfgerät zur Auswahl. Alle Waffen haben realistische Vorbilder, Phantasiewaffen gibt es glücklicherweise keine. Neben den Waffen gibt es noch einige Spezialgegenstände, die man in besonderen Situationen anwenden kann. Dazu gehören unter anderem Blendgranaten und die Polizeimarke. Alle Waffen und Gegenstände werden im Handbuch genau erklärt. Auch finden sich in diesem alle Informationen zu der Vorgeschichte und den Hauptpersonen. Zumindest läßt das Handbuch also keine Wünsche offen.

Fazit

Was ist „Stirb langsam – Nakatomi Plaza“ eigentlich? Ist es eine Hommage an den Film oder ein eigenständiges Spiel? Als Hommage kann man es durchgehen lassen, ein eigenes Spiel ist es nicht geworden, denn dafür gibt es zu wenig Neues, zu wenig Abwechslung, zu wenig Spannung. Fans des Filmes sollten ein Spiel wagen, denn sie werden Freude daran haben. Fans von Egoshootern seien aktuelle Programme wie Jedi Knight 2 oder Medal of Honor ans Herz gelegt, da dort technisch und handlungsmäßig mehr geboten wird.

Systemanforderungen

Systemangaben: Rechner mit 1Ghz, 256 MB Ram, 3D Karte, 860 MB Festplattenspeicher Voraussetzungen: Rechner mit 400Mhz, 64 MB Ram, 660MB Festplattenspeicher, 3D Karte