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Review · Echtzeitstrategie

S.W.I.N.E.

Aus Echtzeitstrategiespielen sind wir viel gewohnt. Einmal bekriegen sich Russen und Amerikaner, mal greifen Außerirdische die Erde an und ein weiteres Mal ist es der böse Irak. Es scheint einfach keine neuen Thematiken zu geben. Doch ein…

Titelbild zu S.W.I.N.E.
Aus Echtzeitstrategiespielen sind wir viel gewohnt. Einmal bekriegen sich Russen und Amerikaner, mal greifen Außerirdische die Erde an und ein weiteres Mal ist es der böse Irak. Es scheint einfach keine neuen Thematiken zu geben. Doch ein Konflikt wurde lange vor uns geheim gehalten. In S.W.I.N.E wird diese uralte Fehde endliche thematisiert. Es handelt sich um den Streit zwischen Hasen und Schweinen. Noch nie davon gehört?? Dann aber schnell weitergelesen.

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Wie bereits erwähnt geht es um den Konflikt zwischen diesen beiden Tierarten. Der böse General Eisenhauer beginnt einfach das Land der Möhrenknabberer anzugreifen. Ehe es der Karnickelverein geschnallt hat, steht der General vor der Hauptstadt und die vor dem Aus. Da das Ganze natürlich so nicht in Ordnung ist, muß ein Held her, der die Schweine zurück in ihren Stall treibt. Was in der Theorie noch lustig und knuffig klingt, entpuppt sich sehr schnell als spannendes Echtzeitstrategiespiel, daß gar nicht so leicht zu bewältigen ist. Der Spieler hat die Wahl, eine von zwei Kampagnen zu bestehen. In der ersten und leichteren beginnt man als knuffiges Häschen, die andere spielt auf der Seite der Schweine und ist um einiges schwerer.

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Grafisch wurde das Spiel wunderbar umgesetzt. Die Landschaften sind sehr liebevoll gestaltet und Wasser rauscht die Flüsse entlang. Einheiten und Explosionen wirken sehr gut und auch die Zwischensequenzen, die oft Missionen miteinander verbinden sehen einfach gut aus. Der Spieler entdeckt auch schnell viele grafische Gags, an denen sich das Auge erfreuen kann. So leben unsere Streiter meist sehr effektvoll ab. Das die Seele eines toten Kämpfers dann auch noch mit entsprechendem Bild dem Himmel entgegen steigt, dürfte einige zum Lachen bringen. Insgesamt nimmt sich S.W.I.N.E selbst nicht so ernst, so daß auch jüngere Spieler getrost spielen können. Brutalität sieht man im ganzen Spiel nicht. Es gibt auch keine Fußtruppen, die getötet werden, was sich auch gerade für jüngere Spieler gut macht.
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Alle Karten sind dreh- und zoombar, um einen möglichst guten Überblick über das Szenario zu erhalten. Auch bei der akustischen Untermalung enttäuscht S.W.I.N.E nicht. Jede Einheit kommentiert Befehle mit eigenen Kommentaren. Auch einige Stellen der örtlichen Flora werden von den Einheiten mit lustigen Sprüchen bedacht. Die musikalische Untermalung paßt sich wunderbar der Geschichte an und kann auch nur gelobt werden. Selten harmonieren Grafik, Sound und Spieldynamik so gut wie bei S.W.I.N.E.

Doch wo so viel Licht ist, ist natürlich auch etwas Schatten. Dieser liegt wie so oft in der Steuerung. Insgesamt klappt diese wunderbar. Einheiten werden wie üblich angewählt und verschoben. Auf Klick wird angegriffen, repariert und transportiert. Solange man es mit wenigen Einheiten zu tun hat, funktioniert das ganze wunderbar. Werden die Armeen aber größer, merkt man schnell, daß hier Handarbeit gefordert ist. Die Wegfindung der Einheiten ist gerade bei größeren Truppen verbesserungswürdig. Leider gibt es auch keine Formationen, mit denen man wesentlich taktischer vorgehen kann. Dies sind aber auch die einzigen Mängel, die man der Steuerung bescheinigen muß. Alle anderen Funktionen sind sehr gut eingearbeitet und gehen schnell in Fleisch und Blut über.

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Dies ist auch nötig, denn der Schwierigkeitsgrad der Missionen steigt mit der Zeit an. Übermächtig werden die Gegner zwar nicht, aber leicht wird das Spiel dadurch nicht. Damit es auch richtig taktisch wird, erhalten alle Einheiten Erfahrungspunkte. Sind davon eine gewisse Menge gesammelt, wird die Einheit in der Veteranenstatus gesetzt. Insgesamt kann eine Einheit so zwei Stufen nach oben klettern. Erfreulicherweise können die erfahrenen Einheiten auch ins nächste Szenario mit übernommen werden, was den taktischen Aspekt des Spiels um einige Stufen anhebt. Diese Einheiten sind dann meist besser gepanzert oder schießen genauer und vereinfachen die nachfolgenden Missionen erheblich
Leider gibt es insgesamt nur 20 Missionen, also 10 für jede Tierart. Diese sind zwar sehr unterschiedlich gestaltet und bauen aufeinander auf, doch haben Hardcorestrategen nicht lange mit S.W.I.N.E zu kämpfen. Durchschnittsspieler kommen dafür hier schneller als bei anderen Spielen zu Erfolgen und werden motiviert Mission für Mission angehen.

Motivierend wirkt neben der neuen Thematik auch die Versorgung der Einheiten. So gibt es als neue Einheit eine Art Kranwagen, der Munitions-, Tank-, oder Reparaturanhänger abschleppen kann. Das heißt, das Einheiten gleich an der Front instandgesetzt werden können. Die Arbeit mit dem Kranwagen verleiht dem Spiel eine ganz besondere taktische Note. Es ist also durchaus möglich, dem Gegner den Nachschub zu klauen und ihn selbst zu verwenden. Der Gegner hat diese Möglichkeit allerdings auch. Gerade Multiplayerduelle werden so richtig spannend. Schweiß auf der Stirn ist auch vorprogrammiert, wenn die eigenen
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Panzer kurz vor dem Ableben sind und der Kranwagen mit dem Werkzeugset langsam angetuckert kommt. Hier liegen Wut und Freude eng beisammen, aber egal welches Gefühl entsteht, man weiß genau, daß man selber Schuld war und wird diesen Fehler beim nächsten Versuch nicht machen. Insgesamt sind die Einheiten des Spiels sehr vielfältig. Fast jedes Fahrzeug hat Zusatzfunktionen. Mal graben sich Panzer bis zum Rohr ein, mal werden Stützen ausgefahren, damit der Panzer besser zielen kann, ja sogar Luftschläge können angefordert werden. Leider haben Häschen und Schweinchen das selbe Einheitenset. Aufgrund der Unterschiede der beiden Tierarten wäre es sicher einfach gewesen, verschiedene Einheiten zu entwickeln. Aber das mit oben erwähnten KI-Problemen sind wirklich die einzigen Sorgen, die man als S.W.I.N.E Spieler hat.

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Zu dem gelungenen Werk gesellt sich ein gutes Handbuch, in dem alle Einheiten und die Hintergrundgeschichte erklärt werden. Wer schließlich alle Einzelspielermissionen abgeschlossen hat, kann sich noch lange Zeit im Multiplayermodus austoben. Hier werden die üblichen Matcharten angeboten, die aber aufgrund der taktischen Möglichkeiten lange Spaß machen. Ein kleiner Wermutstropfen noch zum Schluß: Besitzer von Voodookarten können S.W.I.N.E nicht spielen, da das Programm bei diesen Karten versagt. Alle anderen Spieler erhalten aber ein Echtzeitstrategiespiel mit neuer Thematik und einem saustarken Humor.

Fazit

Es ist immer wieder erstaunlich, was für einfach Ideen genügen um eine neue Spielwelt zu schaffen. Die Schlacht zwischen Hasen und Schweinen ist urkomisch, spannend und fordernd. Sicher erfindet S.W.I.N.E das Echtzeitstrategiespiel nicht neu, aber altbewährte Funktionen werden mit der neuen Thematik gut und gelungen umgesetzt. Wer Echtzeit liebt, sollte sich das Spiel genauer ansehen.

Systemanforderungen

Systemangaben: Rechner mit 900 Mhz, 256 MB Ram, 1 GB Festplattenspeicher, 3 D Karte (kein Voodoo) Voraussetzungen: Rechner mit 500Mhz, 128 MB Ram, 1 GB Festplattenspeicher, 3D Karte (kein Voodoo)